• Die 1963 gegründete Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung ist eine private Stiftung des bürgerlichen Rechts zur Förderung der Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

  • Seminar im „WE-Heraeus-Hörsaal“ des Physikzentrums Bad Honnef. Die Reihe „WE-Heraeus-Seminare“ ist das Flaggschiff im Förderprogramm der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.

  • Die Stiftung fördert Lehrerfortbildungen zur Teilchenphysik, Quantenphysik oder Astronomie, die z.B. am XLAB in Göttingen durchgeführt werden.

  • Schüler-Observatorium auf dem Dach eines Gymnasiums: An 6 identischen Teleskopen kann eine komplette Klasse Sterne und die Sonne beobachten. Ein Beitrag der Stiftung zum modernen Physikunterricht.

  • Die Stiftung initiiert und finanziert Buchproduktionen zur Verbreitung von Faktenwissen über gesellschaftlich bedeutende Themen (für SchülerInnen) sowie zur Ausbildung von LehrerInnen.

600. WE-Heraeus-Seminar

Frontiers of Quantum Optics

 

Das Licht hat in der Entwicklung der Physik immer eine wichtige Rolle gespielt und war oft der Impulsgeber für neue fundamentale Theorien. So entstanden z.B. die Quantenmechanik aus den Untersuchungen der Schwarz-Körper-Strahlung und die Quantenelektrodynamik aus der Lamb-Verschiebung im Wasserstoffatom. Der Laser und nicht-klassische Strahlungsquellen eröffneten neue Horizonte nicht nur bei ultrakalten Atomen und gespeicherten Ionen, sondern auch in der Kryptographie und Informatik.

Angesichts des von der UN-Generalversammlung beschlossenen „Internationalen Jahres des Lichts und der lichtbasierten Technologien“ widmete die Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung ihr 600. Seminar dem Thema „Frontiers of Quantum Optics“. Das Ziel des Jubiläumsseminars war, einen Überblick über die verschiedenen Aktivitäten der modernen Quantenoptik zu geben. Da es unmöglich ist, alle Entwicklungen abzudecken, konzentrierten sich die wissenschaftlichen Organisatoren auf die Themen Bose-Einstein-Kondensation von Licht und Materie, Hawking-Strahlung und Unruh-Effekt, Nichtlineare Optik und Laserspektroskopie, Resonator-Quantenelektrodynamik, Ultrakurze Pulse und deren Wechselwirkung mit Materie sowie fundamentale Fragen der Quantenmechanik.

 

Es würde den Rahmen dieses kurzen Berichts sprengen, auf alle Vorträge einzugehen. Eine Liste der Sprecher, die drei Nobelpreisträger enthält, findet sich auf der Webseite des Seminars. Alle Teilnehmer waren vom Verlauf des Seminars sehr angetan. Insbesondere wurde neben den exzellenten Vorträgen die Tatsache gelobt, dass genügend Zeit für Diskussion blieb, die auch ausgiebig genutzt wurde.

 

In einer Feierstunde aus Anlass des Jubiläums sprach Jürgen Mlynek zum Thema „Wissenschaft und Innovation“, und der Nobelpreisträger Roy J. Glauber berichtete in eindrucksvoller Weise über seine Teilnahme als junger Student am Manhattan-Projekt, d.h. am Bau der amerikanischen Atombombe in Los Alamos. Er ist einer der letzten Augenzeugen des ersten Tests der Atombombe.

 

Abschließend danken wir Frau Elisabeth Nowotka und Frau Martina Albert von der Geschäftsstelle der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung für die enorme administrative und organisatorische Unterstützung, die es ermöglichte,  das Seminar äußerst effizient und zur vollsten Zufriedenheit aller Teilnehmer durchzuführen. Dies war sicher nicht einfach bei über 90 Teilnehmern aus 16 Ländern. Auch sei dem Team um Dr. Victor Gomer und Dirk Guthy-Rahn herzlich gedankt, das nicht nur unser Seminar betreut, sondern auch ein einmaliges Gala-Dinner gestaltet hat.

 

Prof. Dr. Gerd Leuchs, Max-Planck-Institut für die Physik des Lichtes, Universität Erlangen

Prof. Dr. Wolfgang P. Schleich, Institut für Quantenphysik, Universität Ulm