• Die 1963 gegründete Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung ist eine private Stiftung des bürgerlichen Rechts zur Förderung der Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

  • Seminar im „WE-Heraeus-Hörsaal“ des Physikzentrums Bad Honnef. Die Reihe „WE-Heraeus-Seminare“ ist das Flaggschiff im Förderprogramm der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.

  • Die Stiftung fördert Lehrerfortbildungen zur Teilchenphysik, Quantenphysik oder Astronomie, die z.B. am XLAB in Göttingen durchgeführt werden.

  • Schüler-Observatorium auf dem Dach eines Gymnasiums: An 6 identischen Teleskopen kann eine komplette Klasse Sterne und die Sonne beobachten. Ein Beitrag der Stiftung zum modernen Physikunterricht.

  • Die Stiftung initiiert und finanziert Buchproduktionen zur Verbreitung von Faktenwissen über gesellschaftlich bedeutende Themen (für SchülerInnen) sowie zur Ausbildung von LehrerInnen.

653. WE-Heraeus-Seminar

Optical Microcavities and Their Applications

 

Vom 6. bis 10. November 2017 trafen sich im Physikzentrum Bad Honnef 74 Physikerinnen und Physiker aus 10 Ländern, um sich über optische Mikroresonatoren und ihre Anwendungen auszutauschen – ein hochaktuelles Forschungsfeld, zu dem sich Wissenschaftler nach dem ersten Workshop 2009 regelmäßig im Zweijahresrhythmus austauschen.

 

Wissenschaftlich war das Seminar breit aufgestellt. Die Themen reichten von deformierten Mikroresonatoren mit chaotischer Wellen- und Strahlendynamik, über nicht-klassische Lichtemission in Halbleiter-Nanolasern (Stichwort Superradianz, u.a. demonstriert in einem eindrucksvollen Experiment der Gruppe von Kyungwon An aus Seoul, in dem Atome eines Strahls mit einem Abstand von 30m kohärent agierten) bis hin zur Untersuchung der Dynamik von Quantenflüssigkeiten mittels optomechanischer Methoden. Dazu wurden wurden zahlreiche Anwendungen präsentiert: Miniaturuhren, Gyroskope, Sensoren und Einzelphotonenquellen, so dass den zumeist studentischen Teilnehmern Vielfalt und Potenzial des Gebietes besonders deutlich wurden.

 

Ein Programm, das viele Freiräume zum Ideenaustausch ließ, und die wunderbare Atmosphäre im Physikzentrum führten zu regen Diskussionen zwischen allen Teilnehmern. Dabei ging es um grundsätzliche Fragen ebenso wie um die Zukunft des Feldes. Mehrere Postersitzungen mit 37 Postern wurden überaus rege und bis spät in die Nacht genutzt und trugen weiter zur konstruktiven Klima des Seminars bei. Als besonderer Erfolg ist es gelungen, eine enge Wechselwirkung zwischen Theoretikern und Experimentatoren herzustellen.

 

Besonders gelobt wurde die Intensität des Austauschs. Tatsächlich freuten sich alle sehr auf den Ausflug zum 320 m hohen Drachenfels am Mittwoch, der viele erstmals seit Ankunft am Sonntag das Gebäude verlassen ließ. Hermann-Hesse-Nebel und fehlender Ausblick weckten dabei eher den Wunsch, noch einmal wiederzukommen, und die im Anschluss geplante Weinprobe im Weinhaus Broel wurde mit einiger Spannung und Vorfreude erwartet. Es wurde ein lebensnaher, uriger Abend, der insbesondere den jungen Teilnehmern aus Übersee unvergesslich bleiben wird.

 

Die Rückmeldungen zum Seminar waren ausschließlich positiv. Unser herzlicher Dank geht an die WE-Heraeus-Stiftung für die großzügige wie unkomplizierte Unterstützung und die hervorragende Kooperation bei der Vorbereitung des Seminars!

 

Prof. Martina Hentschel, TU Ilmenau

Prof. Jan Wiersig, Universität Magdeburg

Prof. Yun-Feng Xiao, Peking University