• Die 1963 gegründete Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung ist eine private Stiftung des bürgerlichen Rechts zur Förderung der Forschung und Ausbildung auf dem Gebiet der Naturwissenschaften.

  • Seminar im „WE-Heraeus-Hörsaal“ des Physikzentrums Bad Honnef. Die Reihe „WE-Heraeus-Seminare“ ist das Flaggschiff im Förderprogramm der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung.

  • Die Stiftung fördert Lehrerfortbildungen zur Teilchenphysik, Quantenphysik oder Astronomie, die z.B. am XLAB in Göttingen durchgeführt werden.

  • Schüler-Observatorium auf dem Dach eines Gymnasiums: An 6 identischen Teleskopen kann eine komplette Klasse Sterne und die Sonne beobachten. Ein Beitrag der Stiftung zum modernen Physikunterricht.

  • Die Stiftung initiiert und finanziert Buchproduktionen zur Verbreitung von Faktenwissen über gesellschaftlich bedeutende Themen (für SchülerInnen) sowie zur Ausbildung von LehrerInnen.

WE-Heraeus-Sommerschule und 23. Doktorandenschule 'Saalburg'

Foundations and New Methods in Theoretical Physics

 

4. bis 15 September 2017 fand in Wolfersdorf (nahe Jena) die 23. Auflage der Doktorandenschule statt, welche bis 2001 in Saalburg (Thüringen) beheimatet war und in der Vergangenheit häufig von der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung unterstützt wurde. Es kamen 28 Studentinnen und Studenten aus 17 Institutionen zusammen, um ihre Ausbildung im Hinblick auf eine Postdoktoranden-Phase zu verbreitern in den Gebieten Quantenfeldtheorie, Teilchenphysik und Gravitation. Ziel der Schule ist das Heranführen an neue Methoden, Techniken und mathematische Hilfsmittel, die wegen der starken Vernetzung der modernen theoretischen Physik für eine akademische Karriere nutzbringend sind.

 

Geboten wurden fünf Kurse über Three dimensional gravity (Maximo Bañados, Universidad Católica de Chile, Santiago de Chile), Dark matter, baryogenesis and all that (Laura Covi, U Göttingen), Entanglement (Jan de Boer, U Amsterdam), Cosmology, where smallest and largest scales meet (Ruth Durrer, U Genf) und Exact perturbation theory (Marco Serone, SISSA, Triest).

 

Die üblichen vormittäglichen Vorlesungen wurden nachmittags ergänzt durch vierstündige Übungssitzungen, in denen unter Betreuung eines Dozenten in Kleingruppen eine Reihe von Übungsaufgaben zu bearbeiten und anschließend zu diskutieren waren. Lange Mittagspausen (mit Zugang zu einemWaldschwimmbad) und ein gelegentliches Abendprogramm (Barbecue, Bowling, Fußball) erlaubten die notwendige Entspannung zwischendurch.

 

Traditionell (bei seltenen Ausnahmen) wird an der Tafel vorgetragen, und gelegentlich finden sich Freiwillige, die anschließend aus ihren Aufzeichnungen mit Unterstützung des Dozenten ein LaTeX-Skript einer Vorlesung erstellen, welches dann später auf den Webseiten der Schule zu finden ist. Die Doktorandinnen und Doktoranden arbeiteten mit hoher Motivation und großem Einsatz an den übungen und mussten häufig mit sanfter Gewalt zum Abendessen geholt werden.

 

Wie erstmalig 2015 fanden zunächst drei Kurse an sechs Tagen statt, der Sonntag war frei, danach wurden zwei Kurse an fünf Tagen durchgeführt. Aufgrund terminlicher Einschränkungen einiger Dozenten wurde die erste Woche erstmalig in Block-Form durchgeführt: die Kurse fanden sequentiell statt und nicht parallel. Das Feedback der Teilnehmer hierzu war uneinheitlich. Der thematische Schwerpunkt lag in diesem Jahr auf „Gravitation“, was zu unerwarteten Synergieeffekten zwischen den Vorlesungen führte.

 

Etwa 65% der Teilnehmer waren nicht deutschsprachig, gut ein Drittel (10) kamen aus dem Ausland, u.a. aus dem Iran, Japan, Mexiko und den USA. Der enge Kontakt zu den Dozenten und die informelle Atmosphäre eines abgeschiedenen Hotels tragen mit bei zum Erfolg der Schule, der sich auch in diesem Jahr wieder in einer sehr positiven studentischen Evaluation zeigte. Die elf Arbeitstage wurden durch einen Exkursionstag unterbrochen, der für Wanderungen zu Schlössern der Umgebung und für einen Besuch der Stadt Weimar genutzt wurde.
 

Wir danken der Wilhelm und Else Heraeus-Stiftung für ihre großzügige Förderung der Sommerschule, die es ermöglicht, den Teilnehmern eine Vollpension zu bieten bei einer Gebühr von nur 150 €. Weitere Informationen zu der Sommerschule, einschließlich aller bisherigen Auflagen, lecture notes und Teilnehmer-Fotos finden sich unter https://saalburg.aei.mpg.de/.

 

Prof. Dr. Laura Covi, Universität Göttingen
Prof. Dr. Arthur Hebecker, Universität Heidelberg
Prof. Dr. Olaf Lechtenfeld, Universität Hannover
Prof. Dr. Ivo Sachs, LMU München
Prof. Dr. Stefan Theisen, Albert-Einstein-Institut Potsdam